Abendveranstaltung

Themenabend: Produktsoftware - 1x entwickeln, 1000x verkaufen?

Software kann von vielen Anwendern eingesetzt werden, ohne dass für die Vervielfältigung nennenswerte Mehrkosten entstehen. Die Entwicklung erfolgreicher Produktsoftware bedeutet jedoch den Spagat zwischen individuellen Kundenanforderungen und der Wiederverwendung von Code zu meistern. Drei Referenten geben einen Einblick in die Herausforderung, Software zu entwickeln, die nicht nur auf einen Kunden paßt!

Datum und Uhrzeit

21.11.2018, 18:00 - 20:00 Uhr
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Veranstaltungsort

Hörsaal VIII der Uni Köln
Albertus-Magnus Platz 1
50931 Köln

Beschreibung

Software als Wirtschaftsgut hat den großen Vorteil, von vielen Anwendern gleichzeitig nutzbringend eingesetzt werden zu können. Im Gegensatz zu Immobilien, Autos und anderen physischen Objekten fallen für die Vervielfältigung von Software für zusätzliche Anwender naturgemäß kaum Mehrkosten an. Diese simple Tatsache ist das „Geheimnis“ hinter den meisten namhaften, erfolgreichen Software-Firmen, von SAP über Oracle und Microsoft bis hin zu Google und Salesforce. So einfach diese grundlegende Idee ist, so schwierig ist jedoch die Entwicklung erfolgreicher Produktsoftware, da die Anforderungen einer Menge von Kunden typischerweise nicht homogen sind. Im Prozess der Produktentwicklung muss der Spagat zwischen individuellen Kundenanforderungen und der wirtschaftlichen Wiederverwendung von einmal geschriebenem Code erfolgreich gemeistert werden.

Dieser Themenabend zeigt zunächst aus der Perspektive eines IT-Gutachters die typischen Praxisprobleme, die auftreten können, wenn Softwarefirmen eine Software für mehrere Kunden entwickeln. Dann berichtet der Geschäftsführer einer Softwarefirma, die bereits erfolgreich eine komplexe Software für mehrere anspruchsvolle Kunden entwickelt hat, von seinen Erfahrungen. Abschließend erläutert ein auf Produktmanagement spezialisierter Berater, wie auch kleinere Unternehmen zielführend Produktsoftware für Industriekunden entwickeln können

Vortrag 1: „Warum ist die Entwicklung von Produktsoftware so schwierig? Symptome und Ursachen fehlerhafter Produktsoftware“

Der Referent: Dr. Oliver Stiemerling entwickelte zum einen selbst mehrere Softwareprodukte, zum andere ist er als IT-Gutachter für Gerichte und private Auftraggeber tätig. Er untersucht und bewertet unternehmenskritische Softwaresysteme bei Streitigkeiten, Firmenübernahmen, Risikomanagementaudits sowie im Rahmen von Quellcode-Hinterlegungen.

Der Vortrag: Aus der Perspektive eines Anwenders sind grundlegende Probleme von Produktsoftware zumeist nicht direkt erkennbar, da sie in den Tiefen des verwendeten Quellcodes und der Entwicklungsprozesse beim Anbieter verborgen liegen. In diesem Beitrag werden typische Symptome von fehlenden Produktsoftware-Eigenschaften und ihre Kernursachen vorgestellt.

Vortrag 2: „Flexible Software für einen spezialisierten Markt“

Der Referent:  Johannes Kuhlmann ist geschäftsführender Gesellschafter der VTA Software & Service GmbH, einem führenden Anbieter von Spezialsoftware für die Mineralöl- und Energiewirtschaft. Mit Ihren Produkten VERA-V3, VTA-EMCS und VTA-Biofuels ist die VTA in der Branche Marktführer in Deutschland für Systeme der Mineralöllogistik, Zollabwicklung und Biokraftstoffabrechnung. Seit 1998 betreibt die VTA die Entwicklung flexibler Softwarelösungen, die auf gleichem Quellcode basieren und in verschiedene hoch integrierte IT-Landschaften der Großkunden eingebunden werden muss.

Der Vortrag: Der Spagat zwischen wartbarem, einheitlichem Code und flexibler Integrationsfähigkeit in verschiedene Systemlandschaften stellt die Softwareentwicklung vor große Herausforderung. Die komplexen Produkte von VTA werden teilweise „nur“ von 10 Kunden genutzt, von jedem aber auf unterschiedliche Art und Weise. Die Vorstellung von Architektur, Werkzeugen und Methoden der VTA zur Lösung dieser Herausforderung sind Gegenstand dieses Vortrags.

Vortrag 3: „Software-Produkt vs. Kundenprojekt: 2 sehr verschiedene Geschäftsmodelle“

Der Referent: Hans-Bernd Kittlaus ist Inhaber und Leiter von InnoTivum, das er 2001 gründete. InnoTivum ist ein Schulungs- und Beratungsunternehmen für Exzellenz im Management von Software (-intensiven) Produkten. Zuvor war er Direktor des Informatikzentrums der Sparkassenorganisation (SIZ) GmbH und Leiter von Software-Produkt-Management- und Entwicklungsbereichen der IBM. Er ist als Berater, Coach und Trainer zu Software-Produkt-Management und Pricing sowie zu Fragen der Organisation und Strategie von Software-Organisationen tätig. Zu diesen Themen hat Hans-Bernd Kittlaus zahlreiche Artikel und Bücher veröffentlicht, zuletzt "Software Product Management - The ISPMA-Compliant Study Guide and Handbook" (mit Samuel Fricker, Springer). Er ist Chairman von ISPMA (International Software Product Management Association).

Der Vortrag: Im Software-Bereich kennen wir zwei sehr unterschiedliche Geschäftsmodelle: Produktgeschäft und Dienstleistungsgeschäft (auch als Projektgeschäft bekannt). Gerade in kleineren B2B Software-Unternehmen findet häufig eine Vermengung dieser beiden Geschäftsmodelle statt. Man betreibt kundenindividuelle Entwicklung (Dienstleistung) mit dem Ziel, daraus Code und Finanzierung für eine Software-Produkt-Entwicklung zu generieren. Der Vortrag erläutert die Tücken dieses Ansatzes und zeigt Wege auf, wie Unternehmen sich zu echten Software-Produkthäusern entwickeln können.

Moderation: Detlef Lippert

Bitte melden Sie sich formlos bis spätestens am 19.11.2018 per E-Mail unter
rg-koeln(at)gi-ev.de an. Und bitte reichen Sie diese Ankündigung an interessierte Kollegen und Kolleginnen weiter. Die Veranstaltung steht allen Interessierten offen und ist kostenfrei.

Die Themenabende der GI Regionalgruppe Köln

Die Gesellschaft für Informatik unterstützt die fachliche und berufliche Arbeit von Informatikern und Informatikerinnen. Die Themenabende richten sich als Plattform für Erfahrungs- und Wissensaustausch an alle, die in Praxis, Ausbildung, Forschung und Lehre der Informatik tätig sind. Ziel ist die unabhängige Behandlung eines aktuellen Informatik-Themas mit der Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Es gibt an einem Abend immer mehrere Vortragende, die ihre teils kontroversen Ansichten in 20minütigen Präsentationen darstellen. Die Themenabende beginnen um 18:00 Uhr (Ende offen) und werden auf der Web­site der Regionalgruppe Köln (https://rg-koeln.gi.de/) an­ge­kündigt. Der Themenabend findet im Hörsaal VIII im Hauptgebäude der Uni Köln statt. (Albertus-Magnus Platz 1, 50931 Köln, Untergeschoss, Bauteil 6, siehe auch:

www.uni-koeln.de/uni/hoersaele/plaene/hauptgeb/hg_ug.html)

Anmeldung

Anmeldefrist
21.11.2018

Organisator

GI & ACM Regionalgruppe Köln

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